Samstag, 14. Januar 2017

Atlantiker, Eurasier, Nationalisten – turbulente Koalitionen der AKP

Von Sinan Birdal

Bedeutet die Moskauer Abmachung, dass die Türkei sich von der NATO lösen und einem Bündnis mit Russland, China und dem Iran anschließen wird? Wie stabil ist die Kriegskoalition der AKP angesichts der Fraktionierung in den Sicherheitsapparaten? Und welche Folgen hätte eine mögliche Annäherung zwischen den USA und Russland für die AKP?

Freitag, 6. Januar 2017

Chronischer Bürgerkrieg in der Türkei und die Strategie der PKK im Nahen Osten

Von Ferda Koç

Die AKP verfolgt das Ziel, sich als Kriegsmacht eines von ihr angezettelten Bürgerkriegs zu etablieren. Die PKK ist indes offensichtlich nicht willens, eine Politik zu verfolgen, die den Bürgerkrieg aufhalten könnte. Sie verantwortet Bombenanschläge, bei denen selbst die kurdische Bevölkerung nicht unterscheiden kann, ob sie vom IS oder doch von der TAK verübt wurden. Die Lösung der „kurdischen Frage“ in der Türkei von einem „Frieden im Nahen Osten“ abhängig zu machen und dafür einen ethnisch-konfessionellen Bürgerkrieg in der Türkei in Kauf zu nehmen, nützt weder dem Kampf um Demokratie noch dem nationalen Befreiungskampf.

Dienstag, 15. November 2016

Die Türkei: Abkehr des Westens, Diktatur und Staatskrise

Von Errol Babacan

Mit dem Ausnahmezustand wurde die Installation der Diktatur abgeschlossen. Der Krieg ist das Bindemittel einer asymmetrischen Koalition zwischen AKP, MHP und CHP. Im kurdischen Südosten werden direkte Kolonialpraktiken angewendet, die Faschisierung nimmt Fahrt auf. Das Scheitern des neo-osmanischen Expansionismus vor Augen wächst indessen die Kluft zur EU und den USA. 

Dienstag, 13. September 2016

Nationale Versöhnung nach dem Putschversuch? Acht Fragen zu den politischen Turbulenzen in der Türkei

Gespräch mit Axel Gehring und Murat Çakır

Von Anne Steckner


Die Lage in der Türkei ist unübersichtlich. Ein Ereignis jagt das nächste. Die Tagesmeldungen überstürzen sich. Den Überblick zu behalten fällt schwer. Was geschieht unterhalb der medialen Oberfläche, in den Strukturen von Staat und Gesellschaft, in den ökonomischen Beziehungen, in der Herrschaftsarchitektur der Türkei? Wie sind die Spielräume für emanzipatorische Politik einzuschätzen? Diese und andere Fragen trafen auf teilweise unterschiedliche Einschätzungen.


Donnerstag, 1. September 2016

„Noble Einsamkeit“ und strategische Prioritäten – Über die vermeintlichen Verwerfungen in den deutsch-türkischen Beziehungen

Von Murat Çakır

Nachdem der Putschversuch die Machtverhältnisse in der Türkei durcheinander gewirbelt hat, versucht Erdoğan mit Unterstützung der bürgerlichen Opposition im Inland, die geostrategischen Partnerschaften zu erneuern. Die Rechnung könnte durchaus aufgehen, denn das ‚erneuerte‘ Regime ist für alle Bündnispartner attraktiv.